Sabber wie ein kleiner Wasserfall, ein Fäustchen ständig im Mund und eine Laune, die alle fünf Minuten umschlägt. Willkommen in der Zähnchen-Saison! Zahnen ist eine dieser Phasen, zu der jeder einen Rat hat – Oma, die Nachbarin, das Forum um drei Uhr nachts.

Lass uns die Wahrheit von den Legenden trennen. Die Wahrheit ist ein bisschen langweiliger als die Legenden, dafür funktioniert sie aber wirklich.

Kurz beantwortet: Der erste Zahn kommt meist um 6 Monate, mit Sabbern, roten Kiefern und Kauen auf allem. Es helfen Massage mit sauberem Finger oder ein gekühlter fester Beißring. Zahnen verursacht kein hohes Fieber, keinen Durchfall und keinen Ausschlag am Körper, dann sprich mit der Kinderärztin. Meide Zahnungsketten.

Wann beginnt das Zahnen?

Bei den meisten Babys zeigt sich das erste Zähnchen um den 6. Monat, aber die Unterschiede zwischen Kindern sind groß – bei manchen passiert es früher, bei anderen nach dem ersten Geburtstag. Beides ist normal. Zähnchen sind kein Wettrennen.

Woran erkennst du, dass Zähnchen kommen?

  • mehr Sabber als sonst;
  • gerötetes, geschwollenes Zahnfleisch;
  • dein Baby kaut auf allem herum, was es erreicht – auch auf deinem Finger;
  • es ist quengeliger und trinkt oder isst manchmal schlechter;
  • es reibt sich die Wange oder zieht am Ohr.

Wichtig: Laut der Amerikanischen Akademie für Kinderheilkunde (AAP) und dem NHS verursacht Zahnen kein hohes Fieber, keinen Durchfall, kein Erbrechen und keinen Ausschlag am Körper. Treten diese auf, steckt wahrscheinlich etwas anderes dahinter – sag es der Kinderarztpraxis, statt alles auf die Zähnchen zu schieben.

Was hilft wirklich?

  • Ein sauberer Finger. Eine sanfte Zahnfleischmassage mit gewaschenem Finger – kostenlos und immer griffbereit.
  • Ein Beißring aus festem Gummi. Du kannst ihn im Kühlschrank kühlen, aber nicht im Gefrierfach – gefroren kann er das Zahnfleisch verletzen. Meide Beißringe mit Flüssigkeit darin.
  • Kalte Lebensmittel, wenn dein Baby schon Beikost bekommt – zum Beispiel gekühlter Brei oder ein Stück Obst, immer unter Aufsicht.
  • Kinn trocken tupfen – Sabber kann die Haut reizen.
  • Viel Kuscheln und Ablenkung. Funktioniert wirklich.

Wenn dein Baby sehr unruhig ist, frag in der Kinderarztpraxis, ob und welches Schmerzmittel für sein Alter passt, und halte dich an den Beipackzettel.

💡 BabyVita-Tipp

Tauch Beißring oder Schnuller nicht in Zucker oder Honig. Zucker schadet den neuen Zähnchen, und Honig bekommen Babys unter 12 Monaten nicht – wegen des Risikos für Botulismus (eine seltene, aber ernste Vergiftung).

Und die Bernsteinkette?

Sieht magisch aus: warme, honigfarbene Perlen, uraltes Harz, das Versprechen natürlicher Linderung. Die Wahrheit ist nüchterner. Es gibt keine Belege, dass Bernstein Zahnungsschmerzen lindert.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA rät ausdrücklich davon ab, Zahnungsketten und -armbänder zu verwenden – egal ob aus Bernstein, Holz, Silikon oder anderem Material. Die Behörde hat Meldungen über Strangulation und Ersticken an Perlen erhalten, darunter einen Todesfall. Eine Perle kann sich lösen und in die Atemwege geraten, und die Kette kann sich irgendwo verfangen.

Wenn ihr schon eine habt – kein schlechtes Gewissen. Nimm sie ab und heb sie als Erinnerung auf. Wichtig ist, was du ab jetzt machst.

💡 BabyVita-Tipp

Und noch etwas: Die FDA warnt, dass Zahnungsgels mit lokal betäubenden Wirkstoffen (Benzocain oder Lidocain) beim Zahnen nicht verwendet werden sollten. Bevor du zu irgendeinem Mittel fürs Zahnfleisch greifst, frag in der Kinderarztpraxis nach.

Wann solltest du in der Kinderarztpraxis nachfragen?

  • dein Baby hat Fieber, Durchfall oder erbricht;
  • es verweigert das Essen und hat deutlich weniger nasse Windeln;
  • es weint tagelang und nichts beruhigt es;
  • um den ersten Geburtstag herum ist noch kein einziges Zähnchen da – einfach zur Beruhigung aller.

Für die Papas

Mit dem ersten Zähnchen beginnt auch das Zähneputzen. Das kann euer tägliches Ritual werden – mit einer weichen Babyzahnbürste und viel Geduld. Das Liedchen ist optional.

Kurz gesagt

Zahnen behandelt man nicht mit Magie, sondern mit einem sauberen Finger, einem kühlen Beißring und ganz vielen Umarmungen. Entspann dich – die Zähnchen kommen nach ihrem eigenen Fahrplan, und du weißt jetzt, wie du helfen kannst. Bald fotografierst du das erste Lächeln mit zwei weißen Pünktchen – und diese Phase ist nur noch eine lustige Geschichte. 😁

Quellen: U.S. FDA – FDA Warns Against Use of Teething Necklaces, Bracelets, and Other Jewelry Marketed for Relieving Teething Pain; U.S. FDA – Safely Soothing Teething Pain in Infants and Children; NHS – Tips for helping your teething baby; American Academy of Pediatrics (HealthyChildren.org) – Teething.

Mehr aus diesem Bereich

Dein Baby Woche für Woche

Einmal pro Woche: was ansteht, ein nützlicher Tipp und nichts Überflüssiges.