„Mama“, „Papa“ oder doch „ham-ham“ – welches das erste Wort wird und wann es kommt, weiß niemand. Eins ist aber sicher: Die Sprache entwickelt sich lange davor. Jedes Lächeln, jedes Gurren und jedes „Aha, wirklich?“ von dir gehört schon dazu.

Und auch hier hat jedes Kind sein eigenes Tempo. Manche plappern ununterbrochen, andere hören lange zu und steigen später ein.

Kurz beantwortet: Erste Wörter kommen meist zwischen 12 und 18 Monaten. Mit 15 Monaten versuchen die meisten ein bis zwei Wörter außer „Mama“ und „Papa“, mit 18 drei oder mehr. Du hilfst, indem du auf Laute und Gesten antwortest und Dinge, Handlungen und Gefühle benennst.

Wie sieht der Weg zum ersten Wort aus?

Sprache wächst in Etappen. Die Orientierungspunkte unten stammen aus den überarbeiteten Listen der US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) – Dinge, die mindestens 75 % der Kinder bis zum jeweiligen Alter tun:

  • Bis 2–4 Monate: macht Geräusche, die kein Weinen sind, und gurrt (weiche „aaah“, „uuuh“).
  • Bis 6 Monate: wechselt sich mit dir in einem „Gespräch“ aus Lauten ab und lacht.
  • Bis 9 Monate: brabbelt mit wiederholten Silben – „ma-ma-ma“, „ba-ba-ba“.
  • Bis 12 Monate: winkt „Tschüss“ und nennt ein Elternteil „Mama“, „Papa“ oder bei einem anderen besonderen Namen.
  • Bis 15 Monate: versucht, ein, zwei Wörter außer „Mama“ und „Papa“ zu sagen.
  • Bis 18 Monate: versucht, drei oder mehr Wörter zu sagen.

Sprachtherapeutinnen des britischen Gesundheitsdienstes (NHS) betonen, dass der Zeitpunkt der ersten Wörter stark variiert – meist irgendwo zwischen dem 12. und dem 18. Monat.

Verstehen kommt vor dem Sprechen

Auch wenn dein Baby noch kein einziges Wort sagt, lernt es jeden Tag. Schon zwischen 6 und 9 Monaten reagieren viele Babys auf „Nein“ und verstehen langsam ein paar oft gehörte Wörter. Das ist wie ein heimlicher Wortschatz, der sich still füllt – bis er eines Tages laut wird.

💡 BabyVita-Tipp

Benenne die Dinge, die dein Baby anschaut. Zeigt es auf die Katze – „Ja, das ist die Katze. Miau!“ Kurze Sätze, die zu dem passen, was es gerade sieht, merkt es sich am leichtesten.

Wie kannst du im Alltag helfen?

Forschende des Center on the Developing Child der Harvard University beschreiben das Prinzip „Serve and Return“ – wie beim Pingpong. Dein Baby „schlägt auf“ mit einem Laut, Blick oder einer Geste, und du „spielst zurück“ mit Worten, einem Lächeln oder einer Handlung. Dieser kleine Austausch baut die Verbindungen im Gehirn auf, die für Sprache nötig sind. In der Praxis:

  • Bemerk den „Aufschlag“ – wohin es schaut, worauf es zeigt, welchen Laut es macht.
  • Antworte – mit einem Wort, einem Nicken oder einer Umarmung.
  • Gib Namen für Dinge, Handlungen und Gefühle.
  • Warte – Babys brauchen etwas mehr Zeit, um „zurückzuspielen“.
  • Folge seinem Interesse – und wenn es keine Lust mehr hat, darf das Gespräch Pause machen.

Außerdem helfen Lieder, Fingerspiele, gemeinsames Bilderbuchanschauen und einfach erzählen, was ihr gerade macht: „Jetzt ziehen wir die Socke an. Ein Füßchen, noch ein Füßchen!“

Und wenn es „Nane“ statt „Banane“ sagt?

Du musst es nicht verbessern oder nachsprechen lassen. Sag das Wort einfach richtig und mit Freude zurück: „Ja, eine Banane! Du möchtest eine Banane.“ So hört es die richtige Form, ohne sich korrigiert zu fühlen. Und manche Kinderwörter sind so süß, dass sie für immer im Familienwörterbuch bleiben. 😄

💡 BabyVita-Tipp

Lass den Fernseher aus, während ihr spielt oder esst. Ohne Hintergrundgeräusche ist deine Stimme das spannendste Geräusch im Raum – und es entsteht Platz für mehr Gespräch.

Für die Papas

Du musst nicht mit Piepsstimme sprechen, um spannend zu sein. Erzähl, was du tust – beim Kochen, Einparken oder Regal-Aufbauen. Für ein Baby gibt es keine langweiligen Themen, nur eine Lieblingsstimme, die ihm die Welt erklärt.

Wann solltest du mit der Kinderärztin sprechen?

Sprich es an, wenn dein Baby nicht auf Geräusche oder seinen Namen reagiert, wenn es mit 18 Monaten noch nicht versucht, Wörter zu sagen, oder wenn es aufhört, Laute und Wörter zu benutzen, die es schon gesagt hat. Die Kinderärztin kann einen Hörtest oder einen Termin bei der Logopädie empfehlen. Eine frühe Abklärung ist kein Grund zur Sorge, sondern ein Weg, rechtzeitig Ruhe und Unterstützung zu bekommen.

Kurz gesagt

Das erste Wort entsteht nicht an einem Tag. Es setzt sich aus Tausenden kleiner Gespräche zusammen, an denen du schon beteiligt bist – beim Wickeln, in der Badewanne, beim Spazierengehen. Red weiter und hör weiter zu. Die Antwort kommt – und wird dich wahrscheinlich überraschen. 💛

Quellen: CDC – Milestones in Action: By 18 Months; Great Ormond Street Hospital (NHS) – Speech and language development from birth to 12 months; NHS Lothian Speech and Language Therapy – First Words; Harvard Center on the Developing Child – 5 Steps for Brain-Building Serve and Return.

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